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Losung und Lehrtext für Freitag, 18. August 2017:

Ihr werdet mit Freuden Wasser schöpfen aus den Brunnen des Heils.
Jesus spricht: Wen da dürstet, der komme zu mir und trinke! Wer an mich glaubt, wie die Schrift sagt, von dessen Leib werden Ströme lebendigen Wassers fließen.
 
(c) Evangelische Brüder-Unität - Herrnhuter Brüdergemeine
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September 2010   

 

Köstliche Dinge

Zartschmelzende Schokolade, eine sternenklare Sommernacht, ein gutes Buch. Das sind köstliche Dinge. Wir genießen sie. Sie tun uns gut.

„Es ist ein köstlich Ding,

geduldig sein und auf die Hilfe Gottes hoffen.“

                                                            Die Bibel, Klagelieder 3,26

So sagt es die Bibel im Alten Testament. Geduld und Hoffnung – sind das auch köstliche Dinge? In unserem Alltag zwischen Beruf und Familie ringen wir um Geduld, wenn der alte Vater im Haus ständig seine Brille verlegt. Im Alltag zwischen Freude und Trauer ringen wir um Hoffnung, wenn der Arzt eine schlimme Diagnose stellt.

Geduld im Miteinander haben wir nicht immer. Hoffnung auf Gottes Hilfe mitten im Leben geht uns oft verloren. Geduld und Hoffnung würde uns gut tun, wenn wir sie immer hätten.

Aber wir können sie nicht wie Schokolade oder ein Buch einfach kaufen. Das wäre schön. Ich erfahre Geduld und Hoffnung eher als eine sternenklare Sommernacht. Unvermutet erlebe ich sie. Die Weite des Himmels lässt mich freier atmen. Im Staunen über die Vielzahl der Sterne komme ich zur Ruhe. Geduld und Hoffnung sind wie das Geschenk einer sternenklaren Sommernacht, in der ich Ruhe und Gelassenheit spüre. 

„Es ist ein köstlich Ding, geduldig sein und auf die Hilfe Gottes hoffen.“ Im Gebet komme ich zur Ruhe und finde Kraft für einen neuen Tag mit der Suche nach der Brille. Im Gottesdienst singe ich von der Hilfe Gottes und staune über seine Möglichkeiten in meinem Leben. Im Gespräch mit anderen höre ich von deren Sorgen und spüre Mut, den Weg des Miteinanders weiter zu gehen.

Geduld im Leben und Hoffnung im Glauben sind köstliche Dinge. Sie tun uns gut. Sie stärken uns für das Miteinander. Sie geben uns Mut in aller Traurigkeit. Ich wünsche Ihnen, dass Sie viele köstliche Dinge erleben können: Die Schokolade und die Geduld. Die Sommernacht und die Hoffnung. Mögen Sie getrost ins Leben gehen, in der begründeten Hoffnung, dass Gott Sie begleitet, und mit der Geduld, die das Miteinander im Alltag trägt.

Angela Lehmann

(Wort zum Sonntag 09/2008, HNA)