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Losung und Lehrtext für Mittwoch, 13. Dezember 2017:

Ich gab ihnen meine Sabbate zum Zeichen zwischen mir und ihnen.
Bewahre das kostbare, dir anvertraute Gut in der Kraft des heiligen Geistes, der in uns wohnt.
 
(c) Evangelische Brüder-Unität - Herrnhuter Brüdergemeine
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Januar 2011

 

Zum Neuen Jahr 2011


Das Jahr 2011 ist nun schon einige Tage alt. 

Sind Sie schon "mittendrin" oder sind Sie auch noch dabei, das alte Jahr abzuschließen?

In unserer schnelllebigen Zeit geht es einem ja manchmal schon so, dass kaum Zeit und Muße bleibt, Altes abzuschließen und Neues zu beginnen.
Und manchmal sind die guten Vorsätze, die in der Silvesternacht bei Sekt und Feuerwerk beschlossen worden sind, längst schon wieder vergessen.

Jahreswechsel ist eine Schwellenerfahrung.

Jeder hat sie schon erlebt, hat sie durchlebt, manchmal auch durchlitten: Lebensübergänge wie Geburt oder Tod; Heirat oder Trennung; die Einschulung und das Erwachsenwerden; der Eintritt ins Berufsleben oder der Beginn des Ruhestands.
Schwellenerfahrungen eröffnen uns die Chance, uns selbst und dem Leben näher zu kommen.

Doch sie brauchen Gestaltung.
Denn diesen Zeiten wohnt ja nicht nur ein Zauber inne, wie es Hermann Hesse ausgedrückt hat.
In Übergangszeiten werden auch wir selbst verändert und verunsichert.
Wir fühlen uns labiler als im normalen Alltag, es gibt Zeiten, da haben wir das Gefühl, der Boden wird uns unter den Füßen weggezogen.
Wir realisieren, dass wir nicht mehr im „vergangenen Leben“ leben können -
aber das Neue, das auf uns zukommt, bietet uns auch noch keine Heimat .

Rituale sind dabei hilfreich, den Übergang zu schaffen.

Am Beispiel Christi lässt sich dies eindrucksvoll beobachten:
Immer wenn er vor einer wichtigen Lebensstufe stand, nahm er sich Zeit
für Abschied und Neubeginn.
Er brauchte 40 lange Tage in der Wüste, um seinen Auftrag und den Weg, den Gott für ihn vorgesehen hatte, innerlich und äußerlich zu bewältigen.
Erst dann war er bereit und konnte sich den Menschen in seinen Reden und in seinem Handeln wirklich zuwenden.

In Taufe, Konfirmation, Trauung und Beerdigung versuchen auch wir, Altes zu verabschieden  und Neues zu begrüßen, Altes loszulassen, Vergangenes zu betrauern und uns dann Neuem wieder mit voller Kraft zu öffnen - Rituale können dabei mithelfen.
Grundvoraussetzung dazu ist es, sich Zeit zu lassen und dem "was mein Herz bewegt" Worte zu verleihen.
Ein schönes und hilfreiches Ritual im Alltag ist es, Tagebuch zu schreiben.
Es tut gut, sich selbst und dem Leben auf der Spur zu bleiben und mehrmals in der Woche niederzuschreiben - allein für mich! -, was mein Leben lebendig macht.
Seite für Seite füllt sich dann das „Buch des Lebens“!

Ein gesegnetes Neues Jahr!
M. Kämpfer, Pfr.