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Losung und Lehrtext für Freitag, 18. August 2017:

Ihr werdet mit Freuden Wasser schöpfen aus den Brunnen des Heils.
Jesus spricht: Wen da dürstet, der komme zu mir und trinke! Wer an mich glaubt, wie die Schrift sagt, von dessen Leib werden Ströme lebendigen Wassers fließen.
 
(c) Evangelische Brüder-Unität - Herrnhuter Brüdergemeine
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März 2011


Last und Lust des Lebens

15 ältere Männer saßen in der vergangenen Woche in gewohnter Runde.
Sie tauschten sich über ihr Leben aus unter dem Thema: Last und Lust des Alters.

Es war ein offenes und lebendiges Gespräch, da jeder etwas zu diesem Thema erzählen konnte.
Last und Lust - ein einziger Buchstabe unterscheidet alles. Auch über unsere Erfahrungen.

Die Lasten des Alters waren auffälligerweise schneller aufgezählt als das, was das Leben bereichert.

Nachlassende körperliche Kräfte, aufkommende und lebensbedrohliche  Krankheiten, "wegsterbende" Verwandte und Freunde, der Verlust des Lebenspartners, sich anschleichende  Einsamkeitsgefühle, Einschränkung der Mobilität, Abschiede von Möglichkeiten, die uns früher selbstverständlich waren -  mit diesen Stichworten lassen sich die Erfahrungen der Lasten  in etwa beschreiben.

Belastungen, die das eigene Leben sehr schwer machen können. Erstaunlicherweise nahm die "Lust des Alters" aber einen weit größeren Raum im Gespräch ein, und im Austausch entdeckten wir, welche Fülle die Jahre des Alters bereithalten können:

  • Die kostbare Erfahrung jedes neuen Tages, jeden Sonnenaufgang am Morgen bewusst  begrüßen zu können und fast zu erleben wie einen neuen "Schöpfungsmorgen"
  • Die große Freiheit zu haben, "endlich" die "Wahrheit" sagen zu können, zu seiner Meinung zu stehen, ohne sich z.B. Vorgesetzten oder Kunden anpassen zu müssen
  • Die Entdeckung, welche - auch körperlichen - Möglichkeiten das eigene Leben noch hat - z.B. das musikalische  Hobby zu intensivieren und damit Anderen Freude zu bereiten
  • Das Geschenk, mit seinen Nächsten in Harmonie leben zu können und die eigenen Enkel viel intensiver aufwachsen zu sehen als die eigenen Kinder
  • Die Fürsorge der eigenen Kinder  als große Unterstützung zu erleben, auch wenn sie weit weg wohnen, und damit zu ihnen eine beinahe freundschaftliche Beziehung zu entwickeln
  • Das Aufatmen, endlich ein selbstbestimmtes Leben führen zu können und nicht mehr fremd-bestimmt zu sein durch beruflichen Stress, Verkaufsdruck usw.
  • Die innere Freiheit zu haben, sich von überflüssigem oder lähmendem materiellen oder seelischen Ballast zu trennen
  • Die wundervolle Entdeckung, wie wenig ich eigentlich brauche, um ein Leben führen zu können, wie ich es möchte und vielleicht immer schon wollte

Wir entdeckten miteinander, dass unsere Bilder über das Alter, die uns von Jugend an geprägt haben, so nicht zutreffen.

Ja, dass - genau betrachtet - die guten Seiten des Alters überwiegen. Zumindest an diesem Abend!

Und dass das Leben, oder nennen wir es Gott, so manches verwandelt hat.

Und jeder Tag noch Überraschungen und Momente bereithält, die uns dankbar werden lassen können!

Ihnen eine gute Zeit!

M.Kämpfer, Pfr.