skip to content
Losung und Lehrtext für Freitag, 18. August 2017:

Ihr werdet mit Freuden Wasser schöpfen aus den Brunnen des Heils.
Jesus spricht: Wen da dürstet, der komme zu mir und trinke! Wer an mich glaubt, wie die Schrift sagt, von dessen Leib werden Ströme lebendigen Wassers fließen.
 
(c) Evangelische Brüder-Unität - Herrnhuter Brüdergemeine
Weitere Informationen finden Sie hier

 

Besuchen Sie auch die Internetseite unserer Landeskirche

www.ekkw.de

Oktober 2011

 

Schritt für Schritt

Die Wochen sind gefüllt. Aufgaben warten auf uns - in Verein und Freundschaft. Pflichten rufen - in Beruf und Familie. Schon längst wollte ich die Freundin anrufen. Die alte Nachbarin bat um Hilfe im Garten jetzt vor dem Winter. Die Steuererklärung ist auch noch nicht gemacht. Die Tage und Wochen sind gefüllt - ich eile von Termin zu Termin. Müde bin ich von dem Hasten und Rennen. Die Zeit rinnt mir durch die Finger.

 

Seit Kindheitstagen ist mir das Buch "Momo" vertraut. Michael Ende schrieb diese seltsame Geschichte von den Zeitdieben und von dem Kind, das den Menschen die gestohlene Zeit zurückbrachte. In dieser Geschichte begegnet uns das kleine Mädchen mit dem Namen Momo. Und sie hat einen Freund, den Straßenkehrer Beppo. In allem Hasten und Rennen im Alltag ist Beppo anders. Er erzählt Momo sein Geheimnis, um in der Zeit nicht unterzugehen:

 

"Es ist so: Manchmal hat man eine sehr lange Straße vor sich. Man denkt, die ist so schrecklich lang; das kann man niemals schaffen, denkt man. Und dann fängt man an, sich zu eilen. Und man eilt sich immer mehr. Jedesmal, wenn man aufblickt, sieht man, dass es gar nicht weniger wird, was noch vor einem liegt. Und man strengt sich noch mehr an, man kriegt es mit der Angst, und zum Schluss ist man ganz außer Puste und kann nicht mehr. Únd die Straße liegt immer noch vor einem. So darf  man es nicht machen. Man darf nie an die ganze Straße auf einmal denken, verstehst du? Man muss nur an den nächsten Schritt denken, an den nächsten Atemzug, an den nächsten Besenstrich. Und immer wieder nur an den nächsten. Dann macht es Freude; das ist wichtig, dann macht man seine Sache gut. Und so soll es sein. Auf einmal merkt man, dass man Schritt für Schritt die ganze Straße gemacht hat. Man hat gar nicht gemerkt wie, und man ist nicht außer Puste. Das ist wichtig."

 

Seht die Vögel unter dem Himmel an:

Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen;

und euer himmlischer Vater ernährt sie doch.

Seid ihr nicht viel mehr als sie?

                                        Die Bibel. Matthäusevangelium 5, 26

 

In allem Eilen und Hasten dieser Tage und Wochen: Ich vertraue darauf - Gott wird für mich sorgen. Für meinen Leib, für mein Herz, für meine Seele. Das schenkt mir Gelassenheit, die langen Straßen meines Lebens mit Gelassenheit zu beschreiten. Das schenkt mir Mut, auf meinen Atem zu achten und Schritt für Schritt zu gehen, so dass ich nicht außer Puste komme. Und das ist wichtig. Wichtig für die anderen, für die ich Verantwortung übernommen habe. Das ist wichtig für mich selbst, für die ich auch Verantwortung trage. 

 

In diesem Sinne: Ihnen gesegnete Wochen und Tage in Schritt für Schritt - in Gottes fürsorgender Liebe, die Sie trägt. In jedem Atemzug Ihres Lebens.

 

Angela Lehmann, 11/2011