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Losung und Lehrtext für Donnerstag, 19. Oktober 2017:

HERR, wie sind deine Werke so groß! Deine Gedanken sind sehr tief.
Lebt verwurzelt und gegründet in Jesus Christus und fest im Glauben, wie ihr gelehrt worden seid, und voller Dankbarkeit.
 
(c) Evangelische Brüder-Unität - Herrnhuter Brüdergemeine
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www.ekkw.de

 

Geistliches Leben braucht Struktur

In diesem Monat war ich auf einem Pastoralkolleg unserer Kirche.

Das Thema lautete: Auf der Suche nach den verborgenen geistlichen Quellen.

Es fand auf dem Schwanberg, dem „heiligen“ Berg in der Nähe von Kitzingen am Main statt.

Ein Ort zum Wohlfühlen!

Dort leben Schwestern der evangelischen Ordensgemeinschaft Communität Casteller Ring.

Sie leiteten das Kolleg und versuchten uns etwas von dem Reichtum  geistlichen Lebens

nahezubringen.

 

Der Tag auf dem Schwanberg ist klar strukturiert.

4-mal  täglich werden die Schwestern und die Gäste  in die Kirche St. Michael zum Gebet eingeladen.

Und auch sonst hat alles seine wohltuende Klarheit, Struktur und  Regelmäßigkeit.

Diese Struktur ist die Grundlage allen geistlichen Lebens.

Es geht in erster Linie  nicht um fromme Gefühle  oder tolle geistliche Erfahrungen, sondern um

Ordnung und eine Prise Selbstdizilin. Dazu hilft der „heilige“Berg Unterfrankens.

 

Der Benediktinermönch Anselm Grün , der im benachbarten Münsterschwarzach lebt, bescheibt es einmal so:

„Wenn ich Menschen als Seelsorger begleite, erkundige ich mich immer auch nach deren konkretem Tagesablauf.

Wenn jemand wegen Überforderung jammert, bitte ich darum, zum nächsten Gespräch einen Wochenplan mitzubringen und sich folgende Fragen zu stellen:

Wie sehen die einzelnen Tage der Woche aus? Wann stehe ich auf, wie viel Zeit habe ich zum Gebet, zur Stille, für mich selbst, für Gott? Wann arbeite ich? Und wie arbeite ich?

Manchmal treffe ich Menschen, die ganz euphorisch von ihren spirituellen Erfahrungen sprechen. Aber wenn ich einen Tag durchgehe, merke ich schnell, dass die euphorische Spiritualität nur eine Flucht vor dem Chaos ihres Lebens ist. Weil sie unfähig sind, ihren Tag sinnvoll einzuteilen und die von ihnen geforderte Arbeit zu bewältigen, flüchten sie sich in fromme Gefühle.

Die Spiritualität Benedikts ist geerdet. Sie scheut sich nicht, den Tag nüchtern zu betrachten und an der Tagesstruktur zu arbeiten.

Das allein macht zwar noch keine tiefe Spiritualität aus. Aber ohne gute Struktur verfliegt auch unsere Spiritualität allzu leicht. Die Struktur ist eine Stütze für unser geistliches Leben. "

Anselm Grün in:  Klarheit, Ordnung, Stille. Was wir vom Leben im Kloster lernen können" von Anselm Grün u. Petra Altmann, Gräfe und Unzer, München

 

M.Kämpfer,Pfr