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Losung und Lehrtext für Donnerstag, 19. Oktober 2017:

HERR, wie sind deine Werke so groß! Deine Gedanken sind sehr tief.
Lebt verwurzelt und gegründet in Jesus Christus und fest im Glauben, wie ihr gelehrt worden seid, und voller Dankbarkeit.
 
(c) Evangelische Brüder-Unität - Herrnhuter Brüdergemeine
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Mai 2012

 

Pfingsten - be-Geistert  in die Welt gehen!

Wind kann man nicht sehen, wir können ihn aber spüren. An einem heißen Sommertag an der Stockelache. Vom Wasser her kommt eine leichte, angenehme Brise. Wind kann man nicht sehen, wir können aber beobachten, was er tut. Die Surfer auf dem Singliser See reiten über die Wellen, das Segel steht voll im Wind. 

 

Wind kommt auch in der Pfingstgeschichte vor. Die Bibel erzählt von einem großen Fest in Jerusalem. Auch Petrus und die anderen Freunde von Jesus sind unter den Festpilgern. Mit gemischten Gefühlen sind sie nach Jerusalem zurückgekehrt. Hier ist vor 50 Tagen Jesus gekreuzigt worden. Doch sie wissen auch: Gott hat ihn auferweckt – ihr Herr lebt! Aber diese Männer und Frauen aus Galiläa haben Angst. Sie haben keinen Mut, von Jesus zu erzählen. Lieber schließen sie sich im Haus ein. Sie bitten Gott um Kraft. Sie beten um Gottes guten Geist.

 

Und es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel

wie von einem gewaltigen Wind

und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen.

Die Bibel. Apostelgeschichte 2,2

 

Plötzlich bewegt sich etwas in ihren furchtsamen Herzen. Wie ein Sturmwind kommt es über die Jünger. In der Bibel steht, es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel, wie von einem gewaltigen Wind. Eine Kraft, die nicht aus ihnen selber kommt, erfüllt die Jünger. Die Angst der Jünger ist wie weggeblasen. In stürmischer Begeisterung reißen die Frauen und Männer die Türen und Fenster auf. Sie drängen nach draußen. Sie gehen unter die Leute. Sie sind ohne Furcht. Alle sollen die gute Botschaft des Lebens erfahren, sollen hören, wie sich durch Jesus ihr Leben verändert hat. In Windeseile verbreitet sich der neue Geist in Jerusalem.

 

Gott schickte zu Pfingsten seinen heiligen Geist zu den Menschen. Aber was ist dieser Geist? Wie kann ich mir diesen Geist vorstellen? Wie sieht er aus? Diese Fragen sind schwierig zu beantworten. Das wussten und ahnten auch die Autoren der Bibel. Deshalb beschreibt der Evangelist Lukas den Geist Gottes mit einem Bild. Der Geist Gottes ist wie Wind.

 

Und es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel

wie von einem gewaltigen Wind

und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen.

 

Wind kann man nicht sehen. Den Geist Gottes kann man auch nicht sehen. Aber beides kann man spüren. Damals geschah es den Jüngern und auch uns heute 2012 geschieht es. Auch wir können den Geist Gottes spüren, wie den kühlen Wind auf unserem Gesicht. Das ist ein Lächeln nach einer Zeit der Trauer. Da wächst mir eine Kraft zu, erneut ins Leben zu gehen. Da ist der Mut, nach einem Streit, den Telefonhörer zu nehmen und anzurufen. Und nicht wieder aufzulegen, wenn der andere abnimmt.

 

Den Heiligen Geist können auch wir nicht sehen. Aber ich glaube, dass wir beobachten und erleben können, was der Geist Gottes tut – wie den Wind, der den Surfer über das Wasser treibt. Da gibt es die Nachbarin, die ungefragt die Straße einfach mit kehrt, da sie um die schwere Erkrankung weiß. Da bewegt der Geist Gottes, mit Hand und Herz zu helfen. Da gibt es den Konfirmanden, der zu nichts Lust hat und sich auf einmal begeistern kann für eine Aufgabe. Er fängt an zu lächeln, ist mit Eifer dabei und steckt andere mit seiner stürmischen Begeisterung an.


Ich wünsche uns allen, dass wir in unserem Leben diesen Geist Gottes spüren können. Ihn beobachten können, wie den Wind, der das erhitzte Gesicht kühlt und den Surfer neuen Schwung gibt. Ich wünsche Ihnen, dass Ihnen Kraft zuwächst, wo Sie sie benötigen, dass Sie Mut finden, wenn Sie ihn brauchen, dass Sie Trost bekommen, wenn Sie traurig sind. Ja, dass an so manchen Tagen Pfingsten für Sie werden mag; so dass Sie am Pfingsten be-Geistert erneut ins Leben aufbrechen!

Angela Lehmann 05 /2012